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Die Feuchtwiesen und Niedermoore im mittleren Altmühltal stellen eine der artenreichsten Biotope in Mitteleuropa dar. Dies ist das Resultat der über Jahrhunderten für Franken typischen kleinbäuerlichen Strukturen und Wiesennutzung. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft führte auch im Altmühltal zu einer Änderung der Bewirtschaftung, zu Flächenzusammenlegungen, Entwässerung und Intensivierung bis hin zur Flächenaufgabe. Die kleinteilige Nutzung ist heute nicht mehr rentabel, was zur Folge hat, dass auch die Struktur- und Artenvielfalt und auch die Charakterarten des Altmühltals, Brachvogel und Kiebitz stark abnahmen.
Zur Verdeutlichung ein kleines Beispiel: Im Altmühltal war es üblich, dass Kinder zum Muttertag ihren Müttern einen Strauß aus Trollblumen von den örtlichen Wiesen überreichten und während des Sammelns von Rufen des Kiebitzes und Brachvogel begleitet wurden. Inzwischen ist die Trollblume streng geschützt und nur noch vereinzelt auf wenigen Flächen im Altmühltal zu finden. Die Eier des einstigen „Allerweltsvogels“ Kiebitz wurden früher auf dem Markt verkauft und verspeist. Heute ist der Kiebitz stark gefährdet und zur Seltenheit geworden. |
Die Vorteile der Beweidung
Um die einzigartige Artenvielfalt unsere Heimat zu schützen und die wertvollen Niedermoore und Feuchtwiesen zu erhalten, bedarf es neuer, rentabler Lösungsansätze.
Die extensive Beweidung, mit wenigen Tieren auf der Fläche, ohne Dünung und Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, ist einer dieser Ansätze. Sie hat zahlreiche ökologische Vorteile und schafft eine neue wirtschaftliche Grundlage.
Durch den Tritt der Tiere entstehen offenen Bodenstellen. Dies kommt Pflanzen zugute, die auf viel Licht und Rohbodenstellen angewiesen sind, um zu keimen. Hierzu zählen die bereits genannte Trollblume oder der eher unbekannte stark gefährdete Knoblauchgamander. Zudem schaffen Huftritte von Rindern in Wassernähe kleine feuchte Vertiefungen, die Wiesenbrütern zur Nahrungssuche dienen und Lebensraum, etwa für die Kreuzkröte schaffen. Der durch die Beweidung anfallende Kot der Tiere dient vielen Insekten als Brut- und Nahrungsstätte. Dies sorgt für reichlich Nahrung für wiesenbrütenden Vogelarten wie Kiebitz, Brachvogel, Bekassine und Uferschnepfe.
Das durch die Beweidung entstehende Wechselspiel zwischen langen und dichten, kurzen oder lückigen Bewuchs sorgt für einen idealen Lebensraum für Wiesenbrüter. Es ist es kein Zufall, dass die Fläche mit der größten Dichte an Kiebitzen im Fördergebiet eine etwa 9 ha große extensive Rinderweide ist und in den Niederlanden Wiesenbrüter „Weidevögel“ genannt werden. Bei Brachliegenden Flächen können bestimmte Rinderrassen dafür eingesetzt werden die Schilfbestände, Sträucher und Gehölze zurückzudrängen, um wieder offene Flächen zu schaffen um die Lebensbedingungen für. Ein Beispiel hierfür ist die im Jahr 2024 begonnene Beweidung am Kappelwasen am Ortsrand von Ornbau welche mit Dexterrindern beweidet wird.
Weideflächen bringen somit mehr Struktur, mehr Nahrung und Schutz und schaffen bei extensiver Beweidung ideale Lebensräume für Wiesenbrüter und viele andere Tier- und Pflanzenarten.
Das Projekt will deshalb die extensive Beweidung im Fördergebiet weiter ausbauen und sucht Flächen und Bewirtschafter, die sich eine Beweidung vorstellen könnten. Auch eine Nachweide im Herbst, nach dem ersten Schnitt ist eine gute Option. Das Projekt unterstützt bei der Einrichtung von Weiden z.B. mit Zaunmaterial oder Weidegeräten. Bei Interesse bitte melden!