Lebensraum Altmühltal

Kooperation mit der Jägerschaft

 

Wiesenbrüter wie Kiebitz, Brachvogel und Uferschnepfe gehören zu der am stärksten gefährdeten Artengruppe Deutschlands. Im Altmühltal sind sie in geringer Zahl noch vertreten, doch der Schein trügt. Der Bruterfolg ist zu gering. Zu wenige Küken werden flügge. Nasse Mulden, die Schutz und Nahrung bieten, trocknen zu schnell aus. Die Lebensräume sind klein und in schlechtem Zustand. Die Zahl der anpassungsfähigen „Beutegreifer“ ist groß, die der anspruchsvollen Wiesenbrüter klein. Die natürlichen Abwehrmechanismen der Wiesenbrüter funktionieren nicht mehr. Beutegreifer wie Fuchs, Wiesel, Waschbären, Krähen oder Greifvögel haben es leicht. Niederwild, wie Rebhuhn, Fasan oder Feldhase hat die gleichen Probleme. Der Bestand der Rebhühner ist seit 1980 europaweit um 94 % zurückgegangen.


Tabelle zum Bruterfolg
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Neben lebensraumverändernden Maßnahmen und Gelegeschutzmaßnahmen sind Maßnahmen zur Regulierung des Raubwildbesatzes unumgänglich. Das Projekt unterstützt deshalb die lokalen Jagdausübenden, um die Jagd auf Prädatoren zu verstärken.

Per Rundschreiben wurden alle Jagdausübungsberechtigte, die im oder unmittelbar am Rande des Fördergebietes die Jagd ausüben, angeschrieben und gebeten, bei einer online-Befragung teilzunehmen. Die Bereitschaft der Jägerschaft mitzuwirken war überwältigend. Schon im ersten Jahr beteiligen sich 62 % der Reviere an der Fuchsjagd und 41 % Reviere an der Jagd nach Wieseln.

In Zusammenarbeit mit der Jägerschaft wurden geeignete Fallentypen ermittelt und über sechzig „Wippbetonrohrfallen“ der Firma „Fallenfuchs“, inkl. elektronische Fallenmelder beschafft. Mit der Herstellung von Wieselfallen wurde die Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Neuendettelsau beauftragt. Die Fallen wurden den Jägern unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Per Nutzungsvereinbarung wird geregelt, dass die Fallenstandorte und einmal pro Jahr die Fänge gemeldet werden müssen. Die Erfolgskontrolle ist ein wichtiger Bestandteil.


Abholung der Fallen
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Transporthilfe mit Stapler
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Wieselfallen und Abfangkörbe
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Alle Jäger, die sich noch beteiligen möchten, werden gebeten sich zu melden.

Im nächsten Schritt ist geplant, mit den örtlichen Jägern eine Koordinationsgruppe aufzubauen, die unterstützt bei der Wahl der Methoden, bei Art der Umsetzung und der Aus- und Bewertung der Ergebnisse.

Um weitere Erkenntnisse zu gewinnen, wurde 2026 auch ein erstes Gutachten beauftragt, das der Frage nachgeht, „welche Prädatoren haben welchen Anteil an den Verlusten?“. Wenn Ergebnisse vorliegen, können die Maßnahmen zielgenauer geplant und nachgeschärft werden.