Leitbild und Ziele



überschwemmte Wiesen
Schlangenknöterich
artenreiche Wiese im Frühsommer
Großer Brachvogel

Leitbild

Das Projekt hat sich zur Aufgabe gemacht, den Artenreichtum und die Vielfalt der Wiesenauen im oberen und mittleren Altmühltal zum Erhalt der Wiesenbrüter und vieler anderer Tiere und Pflanzen zu bewahren und wiederherzustellen. Die ausgedehnte Auenlandschaft im Überschwemmungsbereich der Altmühl prägt seit Jahrhunderten die naturräumliche und kulturelle Eigenart der Region und ist Lebensgrundlage für Menschen, die das höchst schützenswerte Ökosystem bewirtschaften und erhalten.

Zur Sicherung der Artenvielfalt und zum Schutz der Umweltgüter Boden, Wasser und Landschaft ist jedoch eine naturverträgliche Bewirtschaftung unerlässlich. Weitere Intensivierung und Vereinheitlichung sind in diesem empfindlichen Naturraum keine Lösung. Es ist dringend notwendig, diesen Trend umzukehren. Naturschutz und Landwirtschaft müssen deshalb zusammenarbeiten. Die extensive Nutzung muss wirtschaftlich gestärkt und tragfähig werden. Die für den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen erbrachte Leistung muss sich auch für den Landwirt wieder auszahlen. Deshalb will das Projekt auch hierzu neue Wege finden und Lösungen erarbeiten.


Prachtlibelle
Laubfrosch
Aurorafalter
Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling

Ziele und Maßnahmenbausteine

Beim Altmühltal handelt es sich um ein komplexes Ökosystem. Es handelt sich um eine Kulturlandschaft, die von vielen Faktoren beeinflusst wird: 

  • von den naturräumlichen Gegebenheiten mit regelmäßigen Überschwemmungen und nassen Böden,
  • von den Landwirten, die seit Jahrhunderten Grünlandwirtschaft betreiben,
  • und von der seit den 80er Jahren stetig zunehmenden Erholungsnutzung.

Folglich bedarf es eines Maßnahmenbündels, bei dem alle Belange und alle Nutzer mit einbezogen werden.

Vorrangige Ziele des Projektes sind:

  • Erhalt und Verbesserung der Wiesenbrüter-Lebensräume durch Wasserrückhalt, Bioptopgestaltung, Vermeidung von Kulissenwirkungen und extensive, kleinräumige, wiesenbrütergerechte Nutzungen.
  • Steigerung des Bruterfolgs durch Gelegeschutz und Minimierung von Störwirkungen.
  • Erhalt und Entwicklung artenreicher Grünland- und Offenlandbiotope, insbesondere der gefährdeten „Mageren Flachlandmähwiesen“, Brenndoldenwiesen, Pfeifengraswiesen, Nasswiesen, Sümpfe oder Feuchthochstauden und
  • Erhalt der Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten (Biodiversität),
  • Ausweitung der naturverträglichen Wiesennutzung und Weidewirtschaft als Basis einer nachhaltigen Sicherung der hochwertigen Bestände und zur Reduzierung von Einträgen in Gewässer und Grundwasser.
  • Initiierung neuer Wertschöpfungsketten mit dem Ziel der wirtschaftlichen Stärkung, Wertschätzung und regionalen Verankerung der extensiven, naturverträglichen Landnutzungen.
  • Verbesserung des Wasserrückhaltes, um der zunehmenden Austrocknung entgegenzuwirken und die Brutplätze für Wiesenbrüter zu sichern und zu verbessern, wobei hierbei auch die
  • Einbeziehung der Entwässerungsgräben und Seitenbäche von großer Bedeutung ist.
  • Einbindung aller Akteure und der Öffentlichkeit zum Ermitteln der positiven und negativen sozioökonomischen Wirkungen für die Landwirtschaft und Erholung und zur Ableitung umsetzbarer, konfliktarmer und passgenauer Maßnahmen.
  • Besucherlenkung über Information zur ökologischen Bedeutung des Gebietes, Aufklärung über mögliche Störwirkungen und Maßnahmen vor Ort wie z. B. Beschilderung, Themenwege oder Beobachtungsstandorte.

Das Projekt verfolgt somit einen ganzheitlichen Ansatz, der nicht nur den Naturschutz im Blick hat, sondern auch die ökonomischen und sozialen Aspekte. Ziel ist, alle Akteure und Belange, vor allem die vor Ort tätigen Landwirte sowie Kommunen, Fachbehörden und Verbände gleichermaßen einzubinden und nachhaltige, sich selbst tragende Lösungen zu erarbeiten.